Astromodifikation – Fragen 2


Liebe Sternfreunde,

das Wetter will nicht, deshalb etwas Optik-Theorie, Anfängerfragen wieder mal:

Vor längerer Zeit habe ich meine ausgemusterte Konica-Minolta Dynax 7d „astro-modifiziert“. Dazu hatte ich auch einen Bericht in unser altes Forum gestellt, aber das interessiert bestimmt keinen mehr.

Fazit der damaligen Operation war, kompletten Filterpack entfernt, anscheinend keine Schäden, Fokuslage hat sich aber durch die paar Millimeter fehlendes Glas so weit verschoben, dass mit meinen Fotoobjektiven kein Scharfstellen mehr möglich ist. Die Experimentierlust hatte mich dann verlassen und das Projekt lag länger auf Eis.

Jetzt habe ich doch was versucht und bevor ich wild rumprobiere, einige Fragen an euch.

Bei Tageslicht mit der DSLR am Teleskop auf mehrere Kilometer entfernte Windradls komme ich einigermaßen in den Fokus. Das Bild ist wie zu erwarten rotstichig, zeigt aber alle Details. Soweit gut, aber das Bild ist sehr flau. Ist es möglich, dass Unschärfe durch die Mischung aus dem bisherigen sichtbarem Licht und den jetzt nicht mehr weggefilterten Wellenlängen entsteht, also die beiden unterschiedlich gebrochen werden?

Meine provisorische Vermutung: Um mehr rotes Licht durchzulassen habe ich alle Filter entfernt. Damit habe ich zu weit in den IR-Bereich hinein aufgemacht. Jetzt muss ich die Korrektur zumindest teilweise wieder zurücknehmen und dazu irgendwo im Strahlengang ein Filter einsetzen.

Liege ich mit der Annahme richtig und wo ist die Grenze des „schädlichen“ Wellenlängenbereichs bzw. welche Filter nimmt man? Geht es so einfach? Ist das Sensor-spezifisch?

Ich hätte natürlich im Netz besser recherchieren können (Verzeihung!), aber dann hätten wir ja nichts zu schreiben, wäre schade.

Wenn‘s zu lang dauert das zu beschreiben, wäre ich auch für eine Quelle dankbar, auch gern für tiefergehende Grundlagen.

Bin gespannt auf euer Know-How.

CS, Ralph

 


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2 Gedanken zu “Astromodifikation – Fragen

  • Thomas Schiffer

    Hallo Ralph,
    an deinen Umbau kann ich mich noch gut erinnern.
    Das du nach dem Ausbau aller Filter mit den Kameraobjektiven nicht mehr in den Fokus kommst,
    ist normal, weil du den Lichtweg verändert hast. Dafür gibt es aber je nach Chiptyp unterschiedliche Ausgleichsgläser.
    Irdisch abgestrahltes IR Licht ist eine spannende Art der Fotografie, wenn man es mag.
    IR aus dem Weltraum kannst du hier nicht empfangen…da musst du schon auf 5000 bis 12000 Meter
    Höhe gehen. Der Wasserdampf in der Atmosphäre filtert IR komplett raus.
    Dazu kommt noch das du dir die thermische Strahlung der Kameraelektronik einfängst.
    Genau da liegt die Grenze der Empfindlichkeit. Hohe Empfindlichkeit im Rotbereich aber bitte
    kein IR!
    Hoffe du hast noch den IR Sperrfilter übrig und kannst diesen wieder vor den Chip setzen.
    Über die Fokuslage deines Teleskops im gesamten Spektrum bis IR kann ich nichts aussagen.

    Für deine nächsten Testbilder würde ich einfach den Weißabgleich der Kamera verstellen!
    Hoffe das geht mit deiner, dann sehen die Bilder auch besser aus.

    Viel Erfolg beim Basteln und CS Thomas

    • Ralph Staiger Autor des Beitrags

      … ach verd…, jetzt habe ich durchs nachträgliche Anmelden meine fertige Antwort gelöscht! Ein neuer Versuch:

      Danke für die Hinweise, Thomas! Jetzt in Kurzform:

      Der Filterpack ist natürlich noch da, kann aber nicht zerstörungsfrei zerlegt werden. Muss also vor der Kamera filtern, dürfte kein unlösbares Problem sein.

      Die Ausgleichsgläser lasse ich weg. Scharfstellen muss ich sowieso „blind“ am Teleskopauszug. Die D7 hat kein Lifeview und das Sucherbild ist eh zu klein für Sterne.

      Weißabgleich mache ich hinterher in LR, da muss ich sowieso an die Aufnahmen ran und Tageslichtaufnahmen muss die D7 nicht mehr machen, oder denke ich falsch?

      Bleibt das flaue Bild. Ich teste nochmal mit einer anderen Kamera. Da war ich gar nicht draufgekommen, nicht dass dort die gleich Schwäche auftritt und irgendwas am Teleskop nicht stimmt. Wenn das ausgeschlossen ist, versuche ich mal bei den Modifikationsangeboten Angaben zu den verwendeten Ersatzfiltern zu finden. Vielleicht wird dort auch der für die Sensoren sinnvolle Wellenlängenbereich für Astroaufnahmen beschrieben.

      Ich melde mich zum Ergebnis.

      CS, Ralph

      Ein Teilergebnis (wieder etwas gelernt):

      Linsen haben bei unterschiedlichen Wellenlängen unterschiedliche Fokuslagen, Spiegel nicht. Beim Spiegel wird halt nichts gebrochen, bloß reflektiert. Deshalb kann er nichts falsch machen.

      Für meinen Fall heißt das, ich habe einen Reflektor, also kein Fehler durch die neu hinzugekommenen Wellenlängen. Daher muss das flaue Bild anderswo herkommen.

      Jetzt heißt es Warten. Ich brauche mal Sterne, um das Experiment fortzusetzen und die Ursache zu suchen. Ich melde mich mit Ergebnissen, später.

      CS, Ralph