auch ‚La Palma 2018‘ – oder wieder meine kleine Gartensternwarte

19+

Sorry, ich muss Euch mit der Vorgeschichte quälen. Nur einen kurzen Reisebericht über La Palma kann ich einfach nicht.

Vor La Palma also erst mal die kleine Gartensternwarte, der Neuzugang:

Normalerweise ist das Astrowetter schlecht. Wenn nicht, sagt zumindest der Wetterbericht es sei schlecht und ich merke den Irrtum erst beim zu-Bett-Gehen („Mensch da ist ja alles voller Sterne, den ganzen Abend war es doch bewölkt!“). In Wahrheit liegts auch am mit der Dauer der Nacht anwachsenden inneren Schweinehund, ich gebe es zu.

Deshalb, und weil ich hoffe, die halbe Stunde klaren Himmel öfter mitnehmen zu können, habe ich mich Mitte 2017 für ein Schnellspechtel-Zweitequipment entschieden. Ein kleiner Refraktor auf azimutaler Montierung, schnell raus, genießen solange die Wolkenlücke reicht, schnell rein. Mitnehmen im Wohnmobil und notfalls auf Flugreisen muss auch möglich sein. Ich habe auch gleich angefangen zu sparen.

Nach vielem Suchen wurde im November eine AYO 2-Montierung von Beat Kohler bestellt, Lieferung kurz vor Weihnachten. Das Teleskop kommt später dran, nach Kassenlage. Vorerst tuts auch noch der uralte Bresser Newton fürs Spechteln. Ich freu‘ mich schon auf den Weihnachts-Neujahrs-Wohnmobil-Trip ins Allgäu.

Leider verschiebt es sich dann ein wenig, weil die CNC-Maschine ein bisschen kaputt ist. Nix ist mit Astro-Allgäu, bloß der Feldstecher (war aber auch schön). Außerdem erwischt die böse Grippe Beat Kohler genau jetzt, aber die AYO kommt ganz bestimmt Anfang Februar, versprochen!

Anfang März ist die AYO fertig. Ich habe wegen der immer länger werdenden Wartezeit und die dadurch angewachsene Kriegskasse über mehrere Eskalationsstufen einen Borg 90FL (kleiner zweilinsiger Fluorit, 90/500) bestellt. Am 21. März  wollen wir morgens um 6 nach La Palma fliegen. Das reicht noch dicke, meint er, versprochen!

Ihr vermutet richtig: Nach einer Odyssee durch Schweizer, Deutsche, und Belgische Logistikzentren und deren Zoll, alles mehrmals, kommt das Paket am Tag vor dem Abflug, juhu! Natürlich ohne Telrad-Finder und mit 2“ OAZ. Mein Okularpark hat aber überwiegend 1 1/4“. Jetzt ists zu spät für irgendeine Reaktion. Dass ich übersehen habe, dass mein Fotostativ das kleine Gewinde hat, die AYO aber das große, das Stativ also nicht passt, kommt erschwerend hinzu.

 

 

Jetzt aber zu La Palma:

Der Refraktor hat die Reise im Rucksack und die schwereren Okulare den Transport in den Anoraktaschen gut überstanden. Gleich am ersten Morgen fahren wir zu Athos. Es gibt hier alles (hatte ich schon am Tag vor der Abreise geklärt).

Ich kaufe einen Baader ClickLock-Adapter, wollte ich sowieso schon länger, und miete ein feines Berlebach Uni19 Kurbelstativ – genial fürs Visuelle – für den Aufenthalt. Jetzt ist alles gut.

Nachts waren wir nie auf dem Roque, schade eigentlich, aber von unserer Terrasse aus habe ich mehr beobachtet als in der Eifel in einem Jahr. Alles nur visuell, deshalb keine Fotos außer Schnappschüssen aus der Hand durchs Okular (gruselig, ich weiß, visuell wars aber überwältigend) so schön wie Deine, Thomas, wären sie eh noch nicht geworden.

Trotzdem, der Himmel ist traumhaft, die Fluorit-Optik visuell perfekt, die Montierung felsenfest und das Kurbelstativ muss ich mir für‘s Visuelle ernsthaft überlegen, feines Gerät. Außerdem habe ich mangels Finder gelernt, die Objekte mit Sternkarte und Übersichtsokular zu finden, bin ganz stolz. Die Insel ist ein Genuss! Auch auf dem Roque über den Wolken kann man wandern, aber nicht nur dort.

Neues zum Roque habe ich nicht zu bieten, die richtig guten Sachen stehen in den anderen La Palma-Artikeln.

 

 

 

Aber auch die beiden alten MAGICs bieten tolle Motive. MAGIC 1 spiegelt sich in MAGIC 2, glaube ich wenigstens. Wer ganz genau hinschaut, sieht am Horizont unsere Homepage-Miniatur, NOT, das Nordic optical Telescope (ich hoffe, das stimmt, Thomas).

 

Auf dem nächsten Bild ist sogar ein Selbsportrait des Autors samt Gattin. Wer die Beiden findet, gewinnt den Hauptpreis.

 

 

Ich schäme mich fast, nicht nachts auf den Heli-Plätzen neben den drei MAGICs beobachtet zu haben, war aber auch tagsüber toll, kann ja noch kommen.

La Palma hat sich sehr gelohnt. Wer wirklich  „ernsthaft“ Astronomie betreiben will, kann natürlich mehr herausholen. Für uns wars so aber sehr schön. Der Himmel kann völlig anders aussehen als in der Eifel!

Jetzt sind wir aber – gerne – auch wieder hier.

CS, Ralph

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