C11 optische Achse.

Hallo Zusammen.

Bislang haben die durch mich getätigten kleinen Eingriffe an meinem C11 schon bewirkt, dass sich zumindest das Tubusseeing deutlich aus dem Tubus verbannen ließ. Was weiterhin blieb, waren die deutlichen Kraterrandverdopplungen in den Summenbildern, deren Ursprung vielseitigen Ursprungs sein konnte. Dieses Problem konnte ich auch beim live Bild beobachtet, wobei ich es nicht festlegen konnte, ob es am lokalen Seeing, oder noch möglichen Tubusseeing, oder gar einem Fehler der optischen Achse zugeordnet werden kann. Nach und nach kam ich weitgehend zum Schluss, etwas kann mit der werkseitigen optischen Achseneinstellung des C11 nicht stimmen. Da ich das C11 eh in naher Zukunft komplett zerlegen will, suchte ich nach einem System, dass dieses Problem der optischen Achse aufzeigt, und mittels diesem auch jederzeit korrigierbar macht. Nach Recherchen im Web fand ich dann das Hotech Laser Kollimator für SC, das aus meiner Sicht genau das richtige Werkzeug sein könnte, um das SC jederzeit auf die optische Achse einstellen zu können. Ein Sternfreund besitzt sogar so eines, und nach einem kurzen eMail Austausch zu Hotech Laser hatte ich dann auch Erfahrungen aus erster Hand, und nicht nur die verlockende Werbung des Herstellers, die jedoch ernstgenommen werden kann. Das Ding ist nur hervorragend!

 

Gestern machte ich mich dann daran mein C11 mit diesem Lasersystem zu prüfen und zugleich die Mängel zu korrigieren.

Die Prozesse waren wie folgt:

Zuerst musste das C11 auf einer stabilen Unterlage fixiert werden, und parallel, also Hauptspiegel und Zielscheibe zueinander ausgerichtet werden.

 

Dannach konnte es losgehen! Zu den Vorgängen siehe Text in Bildern.

Der Auszug musste nur minimal korrigiert werden. ABER oh Schreck, wie zentrisch ist den der Fangspiegel……….

 

 

Da es sich um ein SC handelt, dessen Hauptspiegel mit seiner festverbauten Halterung, zum fokussieren auf dem Blendrohr als Führung bewegt wird, und Fett als das einzige Mittel zur Spielaufhebung dient, ist es nur logisch, dass sich nach und nach auch ein gewisses Spiegelshifting mit der Zeit einstellt. Das ist normal und kein Weltuntergang! Da der Spiegel immer auf die selbe Seite kippt und bei Richtungänderung zurück kippt, fokussiert man zukünftig immer auf die selbe Weise, um auch diesem Problem sinnvoll begegnen zu können.

 

Wie sich Spiegelshifting bei einer zentrierten optischen Achse wieder, wenn auch minim, negativ bemerkbar machen kann, sehen wir hier!

Soviel zu dem Thema, optische Achse ausrichten.

Aber! Hat es auch etwas nachvollziehbares bewirkt? Dazu bot sich der Mond bei mageren 24° Höhe und Frühabends geradezu an, um es zu überprüfen. Das sind nicht gerade die idealen Voraussetzungen, gewiss, aber um so besser. Wenn das C11 hierbei schon brauchbare Resultate abliefert, kann es ja bei idealen Voraussetzungen nur noch besser werden.

 

Vallis Rheita 18.52h MESZ

 

Hercules, Atlas, Endymion 19.05h MESZ

 

Janssen 19.36h MESZ

 

Petavius 19.42h MESZ

 

Isidorus, Capella, Gutenberg 19.54h MESZ

 

Theophilus, Madler 20.00h MESZ

 

Posidonius 20.20h MESZ

Daten: Powermate 2x kombiniert mit TS 0,7 2“ Reducer = f14 ( 3920mm Brennweite)

Cam: PointGrey Flea3 mit IR-Filter, um das Tageslicht und Luftunruhe möglichst zu kompensieren. Das führte natürlich zu ungewöhnlich langen Belichtungszeiten beim Mond und zusätzlich zur leichten Unschärfe weil: IR nicht unbedingt scharfe Bilder ermöglicht, nur 13 Frames pro Sekunde möglich waren, bei 62mS.

 

Anbei noch ein direkter Vergleich zweier Ergebnisse, vor und nach der Zentrierung der optischen Achse.

Vor Zentrierung

Zentriert

 

 

21.17h MESZ wohl mein bislang bester Jupiter und das bei 16° Höhe. Was ich hier verschlafen habe und später noch nachholte, war das Ende des Europa-Transit. Etwa bei 01.30h sieht man die leichte Ausbeulung, die dies verrät…….

22.35h MESZ Europaschatten + Mond bei 8° Höhe ;-( und deutlicher Atmosphärischen Lichtbrechung (blausaum oben), die nicht einmal das ASI ADC ausgleichen vermochte.

 

22.20h MESZ Saturn mit Monden bei 18° Höhe. Auch hier ein massiever Blaustich……

Daten: Powermate 2x kombiniert mit TS 0,7 2“ Reducer = f14 ( 3920mm Brennweite)

Cam: SW-Luminanzbild ASI290mm + Baader CCD RGB R-Filter + TS IR UV Blockfilter. Farbe ASI290cm + TS IR UV Blockfilter.

Gegen 23.00h MESZ machte ich noch einen Schwenk unter den Saturn, um am Stern Nuki im Schützen, einen kurzen Strentest durchzuführen. Die intra und extrafokale Animation zeigen deutlich, dass noch miniemster Bedarf besteht, den Fangspiegel am Stern exakter zu kollimieren. Zudem sieht man hier auch deutlich, dass ich vergessen habe eine der Druckschrauben für die seitliche Verschiebung der Schmidtplatte zu lösen, die entsprechend die Platte etwas verspannt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Resümee: Die optische Achse ist nun aus meiner Sicht optimal eingerichtet. Das Teleskop wurde zu keiner Zeit temperiert!, da anfänglich meinem Gefühl folgend die außen Temperatur zu dem Teleskop keinen großen unterschied aufwies, was sich auch im Livebild am Bildschirm bestätigte. Auch bei den Aufnahmen der späteren Stunden, konnte ich kein Tubusseeing war nehmen.

Seeinganimation zu Saturn um 22.20h MESZ.

An der gut erkennbaren Cassiniteilung lässt sich die Situation gut beurteilen, dass der Tubus wenn überhaupt, nur sehr geringes Tubusseeing ausweist. Sonst würde der „schwarze Strich“ immer herumspringen und sich nicht so ruhig hin und her bewegen.

 

Beste Grüße aus der Schweiz und allseits CS,

Jozef

 

 

Jozef Cukas

Baujahr 57. Mein Schwerpunkt bei der Astronomie gilt seit Herbst 2013 der Bildgewinnung der dynamischen Prozesse der Sonnenphänomene. Dies führte nicht zuletzt dazu, dass ich nach und nach auch entsprechende Hydrogenalphateleskope für meine stets wachsenden Ansprüche selbst realisierte. Astronomie allgemein, begeistert mich bereits seit 1996. Betste Grüße aus der Schweiz und allseits CS, Jozef

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