CMOS oder CCD


CMOS vs. CCD

Fast eine Glaubensfrage!
Nach meiner Erfahrung ist eine Pauschalaussage zum heutigen Zeitpunkt nicht
seriös. Die Debatte ist seit Anbeginn der technischen Entwicklung und wird wahrscheinlich
noch lange anhalten.
Beide Verfahren haben ihr „Für“ und „Wieder“. Hüte dich vor Meinungsmachern die aus
welchen Gründen auch immer dir das „Eine“ oder „Andere“ aufschwatzen wollen.

Faktisch hat die CMOS Technik in den letzten Jahren mächtig zugelegt (DSLR Kameras, Handys etc.)
und die Resultate können sich sehen lassen. Im Bereich Kosten / Nutzen haben sie die Nase definitiv
vorne.

Im Bereich der professionellen Astrofotografie (Observatorien etc. ) werden nach wie vor CCD Kameras
eingesetzt.
Entscheidend ist hier das Budget und die Zielsetzung.

Eine kleine Tabelle soll hier Übersicht geben von Vor- und Nachteilen der Technik

CCD

+ Vorteile – Nachteile
  • Hochwertiger ADC (Analog/Digital Wandler)
  • Langsam zum Auslesen
  • Binning zum Ändern der Pixelgröße
  • Teuer
  • Pixel zu Pixel Reproduzierbarkeit
  • Sehr kleines Signal wird von anderen Schaltungen
    auf CCD hinzugefügt (thermische und / oder Störsignale)

CMOS

+ Vorteile – Nachteile
  • Kosten
  • Amp-Glühen (Verstärkerglühen)
  • Geschwindigkeit beim auslesen
  • 12-Bit-ADC kann die Bildqualität einschränken
  • Niedriges Lese-Rauschen bei hoher
    Gain-Einstellungen (Verstärkung)
  • Variationen in Linearität und Empfindlichkeit zwischen Pixeln
  • Kein Binning auf dem Chip

Also, die grundlegende Frage ist, CCD- oder CMOS Sensor?

Hier noch ein paar Hinweise:

Wenn du ein großes Instrument mit guter Qualität hast und an einem großen Sichtfeld interessiert bist,
dann müsstest du dich wahrscheinlich nach einem großen CCD-Sensor umschauen.

„Eine monochrome CCD Kamera mit APS-C oder Vollformat Sensor, ist schnell bei
5000.- € und mehr angekommen“!

Aber wenn du ein kleines oder mittelgroßes Teleskop hast, darfst du gerne zu einem CMOS-Sensor greifen.

Wenn du einen Alleskönner für Deepsky- und Planetenaufnahmen haben möchtest,
wird auch ein CMOS Sensor ausreichen.

Faktisch werden kurz belichtete Bilder von CMOS Sensoren besser sein.
Bei sehr langen Belichtungszeiten kippt aber das Verhältnis.

Ein sehr entscheidender Faktor ist die Quanteneffizienz. Lass dir keine alten Schinken
aufschwatzen. Jeder möchte seinen Kram loswerden (und die Preise aus der Vergangenheit
waren hoch, aber dann muss man beim Verkauf gebrauchter und/oder alter Lagerware auch Abstriche machen)!

Man darf davon ausgehen, dass CMOS Sensoren kontinuierlich weiterentwickelt werden
und jedes Jahr neue u. bessere Sensoren den Markt erobern, zu günstigen Preisen.

Eine wichtige Frage kannst du nur selbst beantworten:

  • Wo soll die Reise hingehen? Sonne, Mond und Planeten oder auch Deepsky?
  • Möchtest du am Ende ein Poster drucken oder reicht ein erstklassiger DINA-4 Ausdruck?
  • Möchtest du die ganze Nacht bei minus 15 Grad draußen sein oder soll
    der Aufnahmeprozess automatisch ablaufen?
  • Wohnst du auf La Palma oder in urbaner Umgebung?
  • Bist du mobil oder stationär mit deiner Ausstattung?
  • Welche Brennweite (Öffnungsverhältnis) hat dein Teleskop?
  • Reicht meine DSLR(CMOS) oder möchte ich eine gekühlte Astrokamera?
  • und, und, und …..

Ich versuche die meisten Fragen mit einer Empfehlung zu beantworten (dauert noch ein wenig)

Thomas Schiffer / Stand: 2018
Hinweis: Alle Seiten befinden sich im Aufbau und werden kontinuierlich ergänzt.