Skywatcher AZ-EQ6 GoTo – Teil II. 8


kleine Ursache, große Wirkung!

Auslöser war ein kleines Achsenspiel auf der RA Achse.

Nach Auslieferung war die Montierung perfekt eingestellt. Dennoch zeigte sich nach einiger Zeit
mit guter Zuladung (ca.12 Kg) ein Achsenspiel welches für mich nicht mehr akzeptabel war.

Vermutlich wie bei jedem mechanischen Neuprodukt mit Schnecke und Zahnrad,
kommt es nach einer bestimmten Zeit durch Abrieb und Versatz zu einem kleinen Achsspiel.
Dafür gibt es aber die Möglichkeit der Justage.
Leider geht aus der Begleitbroschüre diesbezüglich nichts hervor.
Im IE ist auch nichts Passendes zu finden also nachschauen und ausprobieren.

Aha! Da sind zwei Inbusschrauben, an denen könnte man ja mal drehen …
und plötzlich war eine verschwunden, einfach nach innen gefallen in den Getriebebereich …

Na toll! Jetzt kann ich die Montierung auseinandernehmen, denn dort sollte die Inbusschraube nicht verbleiben.
(Das Drehen an beiden Inbusschrauben hatte keinerlei Auswirkung auf das Achsspiel)

Bild 1
Also Finger weg von den Beiden Inbusschrauben (rot umrandet (dazu später mehr))!

Nun darf ich die Monti zerlegen, so lernt man sie auch ein wenig besser kennen!!

Zuerst müssen die drei Inbusschrauben (rot umrandet (sternförmig angebracht)) an der Klemmung für die
Gegengewichtsstange gelöst werden.

Bild 2
Ist dies geschehen, wird die Muffe und Achsklemmung entgegen dem Uhrzeigersinn (blaue Pfeile) abgeschraubt.

Bild 3
So sieht es dann aus!
Hinweis: Dichtring und Abdeckung des hinteren Lagers jetzt abnehmen und auf sauberen Untergrund
ablegen alles schön in Reihenfolge für den späteren Zusammenbau.
(Das Zeug ist reichlich umgeben mit Chinafett)

Bild 4
Nun geht es an den vorderen Teil!

Die Achse kann jetzt vorsichtig nach vorne herausgezogen werden.

Bild 5
Im folgenden gilt es die vier im Rechteck angeordneten Inbusschrauben zu lösen und herauszunehmen
(rot umrandet)

Bild 6
Zahnrad vorsichtig nach vorne entnehmen und ablegen (Achtung beim Zusammenbau in gleicher
Richtung wieder einbauen)

Bild 7
Das war die halbe Miete wie komme ich an die reingefallene Inbusschraube?
Rechte Verkleidung abnehmen und den Zahnriemen vorsichtig lösen.

Bild 8
Jetzt kann die vordere Halterung mit der Schnecke nach vorne gekippt werden.
Aufpassen mit dem Kabel zum Winkelgeber! (ovale rote Umrandung)

Bild 9
Aha, der Messingwinkel in Verbindung mit den Justierschrauben ist die gesuchte
Einstellmöglichkeit. Das ergibt Sinn!

Bild 10
Mit diesen Inbusschrauben wird das Spiel zwischen Zahnrad und Schnecke eingestellt.
(siehe rote Umrandung) Diese Einstellung gibt es für Beide Achsen!

Und hier liegt nun der Übeltäter (rot umrandet), eine der Beiden sinnlosen Inbusschrauben ohne Funktion!
(Beide Inbusschrauben habe ich entfernt damit sie nie wieder reinfallen können) siehe Bild 1

Bild 11

So! Schraube entfernt und nun alles wieder rückwärtsherum zusammenbauen.
Sitzt, passt, wackelt und hat Luft …Nein, die Montierung ist gut durchdacht und mit
etwas mechanischem Verständnis gelingt es ganz gut.

Jetzt zur eigentlichen Justage!
Es gilt immer die vier im Rechteck angebrachten Inbusschrauben etwas zu lösen.
(siehe Bild 6 )

und im Folgenden mit den innen liegenden Inbusschrauben das Spiel zwischen Zahnrad und Schnecke einzustellen.
Diese Schrauben sind immer um 180 Grad auf der jeweiligen Achse versetzt

Bild 12

Hinter der Abdeckung für die Schneckenachse gibt es die Möglichkeit für eine Einstellung
der Längsachse. Diese braucht im Regelfall nicht justiert zu werden. (rote Umrandung)

Die Exakte Einstellung des Getriebespiels ist nicht so einfach.
Auf keinen Fall übertreiben!!
Dies ist auch sofort zu hören. Man sollte die Montierung ohne Last in Betrieb nehmen
und während der Einstellung immer wieder überprüfen durch Steuerungsbefehle auf der jeweiligen Achse.

Puh, die Justierung hat länger gedauert wie sie auseinander zu nehmen.
Aber jetzt läuft sie auf beiden Achsen ohne spürbares Spiel!

Resümee:
Wenn man weiß wie, geht es gut von der Hand.
Es empfiehlt sich die butterweichen Inbusschrauben (kleine und große) bei Zeiten
gegen qualitativ bessere auszutauschen.

Beste Grüße und CS Thomas


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8 Gedanken zu “Skywatcher AZ-EQ6 GoTo – Teil II.

  • Reto Bolliger

    Hallo Thomas
    Danke für deine ausführliche Anleitung, auf die ich bei meiner Recherche eben gestossen bin. Bei meiner AZ-EQ6 GT habe ich nach rund anderthalb Jahren ebenfalls Spiel in der RA-Achse festgestellt, d.h. ich kann an der Gegengewichtsstange etwa 1 – 2mm hin- und herziehen, obwohl alles fest angezogen ist. Mir ist nun nicht klar, um welche Art von Spiel es sich handelt, Getriebespiel (= Schneckenspiel) oder Achsspiel? Im deinem ersten Teil zur AZ-EQ6 GT beschreibst du ganz am Anfang das Getriebespiel, welches mit den drei Schreiben verändert werden kann, in diesem zweiten Teil das Achsspiel. Was empfiehlst du vor ein Vorgehen?

    Merci für deine Erläuterungen im Voraus.

    Beste Grüsse
    Reto

    • Thomas Schiffer Autor des Beitrags

      Hallo Reto,
      schön das Du auf unserer Seite gelandet bist!
      Gehe bitte gemäß der Bebilderung vor ab Bild Nr.9 Die Position
      der von außen zugänglichen Inbusschrauben müsstest du gut entnehmen können.
      Wichtig ist die großen Inbusschrauben auf der zu justierenden Achse leicht zu lösen.
      Ich würde die Schneckenachse (Bild 12) nicht verstellen, dito gehe ich davon aus,
      dass die Zahnriemen auch o.K sind. Diese dürfen nicht zu stramm sitzen.
      Solltest du noch weitere Fragen haben, kannst du gerne schreiben. Auch von deinem Erfolg.
      Beste Grüße und CS, Thomas

      • Reto Bolliger

        Hallo Thomas
        Merci für deine rasche Antwort. Ich werde deine Vorschläge ausprobieren und mich dann wieder melden.

        Beste Grüsse
        Reto

        • Reto Bolliger

          Hallo Thomas
          Wie versprochen wollte ich kurz mitteilen, dass ich das Spiel nun verringern konnte. Am Anfang hatte ich zwar etwas Mühe, denn wie ich auch immer die beiden gegenüber liegenden Madenschrauben anzog (nachdem ich die vier grossen Schrauben etwas löste), das Spiel wurde immer grösser. Meine Logik war, dass man beide Madenschrauben gleichmässig anziehen sollte, bis das Spiel weg ist, was aber so nicht funktionierte. Ich drehte die beiden Schrauben dann wieder in die Ursprungsposition zurück und zog nur die Madenschraube auf der Südseite an, also vis-à-vis des Gegengewichtes. Auf diese Art konnte ich das Spiel fast auf Null verringern. Danach zog ich noch etwas die Nord-Schraube an, bis ich dort einen Widerstand verspürte und dann drehte ich die vier grossen Schrauben wieder fest.
          Aus deinen Bildern geht mir nicht klar hervor, gegen was die Madenschrauben genau drücken: Auf der einen Seite gegen den Messingwinkel und dieser drückt dann auf die Schnecke? Und auf der andern Seite direkt auf das Lager?

          Wie du schreibst ist die exakte Einstellung nicht so einfach. Ich zog immer wieder alles fest und startete die Motoren, um sicher zu sein, dass ich sie nicht überlastete. Ich hörte aber nie einen Unterschied.
          Nun warte ich auf gutes Wetter, damit ich schauen kann ob es eine Verbesserung gab.

          Nochmals besten Dank und herzlicher Gruss
          Reto

  • Karl Heinz van Heek

    Hallo Thomas,
    ein sehr ausführlicher und lehrreicher Beitrag den Du da eingestellt hast, hier wird wohl mancher Sternfreund dankbar für sein, insbesondere dann wenn er die unnötigen Schrauben auch bewegt hat 😉
    Danke für den Bericht und das Teilen deiner Erfahrung mit der AZ-EQ6 GoTo
    beste Grüße
    Kalle

    • Thomas Schiffer Autor des Beitrags

      Hallo Kalle,
      vielen Dank für Deine Rückmeldung. Ich hoffe das hier noch viele Beiträge eingestellt werden, ob kurz oder lang.
      Wann immer sie den Sternfreunden helfen, hat es sich gelohnt :-))
      Beste Grüße / Thomas

      • Karl Heinz van Heek

        Hallo Thomas,
        du schreibst ja oben das Du die zwei unnötigen Imbusschrauben nicht mehr eingesetzt hast damit sie nicht wieder reinfallen können.
        Wäre es nicht besser selbige doch wieder einzuschrauben, vielleicht verklebt. Es wäre ja gut möglich das Feuchte durch die Löcher
        oder sogar irgendwelches Ungeziefer eindringen könnte…..
        CS
        Kalle

        • Thomas Schiffer Autor des Beitrags

          Hallo Kalle,
          danke für Deinen Hinweis. Werde mir noch überlegen was ich mit den Beiden
          Löchern veranstalte. Vielleicht kann man noch ein sinnvolles Zubehör anbringen 🙂
          Ansonsten würde ich sie mit Silikon versiegeln.
          Beste Grüße, Thomas