Systemgrenzen

Hallo Sternfreunde,

möchte man die Grenzen eines Systems erkunden, bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Einen Weg beschreibe ich hier…

Die Rahmenbedingungen:

  • Seeing 3-4
  • 12″ Newton (f:3.6) / Kamera QHY 163M / EQ8 / MGEN 3
  • Objekt M 44 / 20 Grad über Horizont
  • Leichte Windböen
  • R-G-B Durchgang je 50 Bilder a‘ 30 Sekunden / Gain 250 // Software für Kamera: SharpCap Pro im LiveStack Betrieb.

Im Normalfall kommt keiner auf die Idee bei Seeing 3-4 und 20 Grad über Horizont einen offenen Sternhaufen abzulichten (Es sei denn man möchte Ausschuss produzieren)
Hier ging es aber um Systemgrenzen. Wo steigt der MGEN III und/oder meine Montierung aus?

Wie schon in den Nächten zuvor, dass neue Zielobjekt M 44 anfahren, ausrichten, MGEN III einschalten, „one push“….8 Sekunden warten und los geht es!
Mit 80 Leitsternen im Ausschnitt kommen die Prozessoren auf Höchstleistung. (Grenze liegt bei 100)

Ein erster Blick auf den „LiveStack“ zeigt was sich vor dem Spiegel abspielt – FWHM liegt > 6 …was soll dabei noch rauskommen?

und das Zielobjekt wandert weiter Richtung Horizont (folglich erhöht sich der FWHM Wert)…

Wann steigt das System aus ? Überhaupt nicht! – Der MGEN III gibt sein bestes. Ich bin mehr als überrascht,
dass hier noch Ergebnisse erzielt werden können. In der Vergangenheit hätte ich schon lange eingepackt bzw.
Nebelobjekte im Zenit angefahren…

hier aber öffnet sich eine neue Tür das Equipment und die Zeit effizienter einzusetzen.

Anbei das Summenbild:

Ganz bewusst habe ich „Deconvolution / Sternmasken und Deringingnicht eingesetzt – und natürlich sind bei voller Vergrößerung die Sterne nicht mehr exakt kreisrund und etwas aufgebläht, aber
verglichen mit früheren Aufnahmen (die direkt in den Papierkorb gingen), ein respektables Ergebnis.

(In dem Bild verstecken sich auch noch viele kleine Galaxien)

Schlussfolgerung:

Hiermit endet meine Vorstellung des MGEN III und für mich war es ein Quantensprung in die richtige Richtung. Sicherlich gibt es auch andere Erfahrungen die abhängig sind vom Setup und den persönlichen Vorlieben und Erfahrungen.
Für mich aber bleiben die Produkte  MGENII / MGEN III und Lacerta Motorfokus (in einem weiteren Bericht) einfach KLASSE.

Nächstes Projekt: NGC 4565 – die Spindelgalaxie [solange das Wetter mitspielt und es noch ein paar Stunden dunkel ist] anbei ein Summenbild im Rot-Kanal.
Eigentlich ein outtake – Es gab wunderschönen Tau Beschlag auf dem Objektiv des Leitrohrs – das kann auch ein MGEN nicht mehr kompensieren – der Fehler liegt dann zwischen den Ohren 😉

Noch ein update vom 24.05. – zwischen Wolkenlücken und Windböen >25km/h konnte ich dennoch ein paar Weitere Bilder generieren 🙂

Euch Allen wünsche ich weiterhin viel Erfolg – bleibt gesund und bis demnächst…
CS, Thomas

Thomas Schiffer

Admin, Fotografie, Deepsky, Astroreisen

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