The Core – der innere Kern

Hallo Sternfreunde,

eigentlich wollte ich ein paar Justierarbeiten am Teleskop vornehmen. Zeigten doch die Berechnungen, dass der Abstand vom Korrektor zum Chip der Kamera deutlich daneben lagen.
Es gibt aber Faktoren (Glasweg der Filter) die auch zu berücksichtigen sind. Das spielt ab f:5 weniger eine Rolle, bei f:3,6 hört der Spaß auf. Alles, wirklich alles nimmt hier Einfluss!
Nebenher machte mein MGEN seit längerer Zeit nicht mehr das was er sollte als „Stand Alone Autoguider“.

Den MGEN hatte ich schnell im Griff, die Folien Flachbandverbindung zwischen Platine und Tastatur hatte Kontaktschwierigkeiten – das konnte ich schnell beheben – und siehe da, die Montierung folgt dem MGEN aufs Wort.
Ein Blick zum Himmel zeigte ein paar Wolkenlücken neben heftigen Windböen. Einpacken oder weiter machen ?
Weitermachen 🙂 … die Wega im Fokus zeigte Bescheidenes Seeing (sieht man auch gut am pumpenden Leitstern des MGEN) aber noch etwas viel auf.

Durch den wesentlich besser angepassten Abstand (Korrektor / Chip) zeigten sich deutlich mehr Details am Himmel – aber auch noch nicht runde Sterne.
Diesmal habe ich die Justierung am Stern in den äußeren Ecken des Bildes durchgeführt – und siehe da, abgesehen von den Seeing Einflüssen, aus Eiern werden langsam Kreise 🙂 – fast!

Der Wind nimmt kontinuierlich zu und Wolken in zwei Höhenlagen kreuzen den Zenit. Aber wenn man noch ein Fenster sieht, draufhalten – Bei M 31 sah es noch am besten aus.

In zwei Stunde mit einigen Abrissen des Guidings konnte ich noch ein paar Bilder unserer Nachbargalaxie gewinnen. Die Herausforderung (wie bei anderen Objekten auch) ist das Ausbrennen der inneren Struktur zu vermeiden.
Auch wenn die Umstände widrig waren, es zeigen sich einige interessante Staubbänder die zum Zentrum strudeln. Dies ist mir so noch nicht gelungen.

M 31 wird mich weiter herausfordern – und f:3,6 bei 12 Zoll Öffnung auch noch eine Weile 🙂

PS. ab der fünften Aufnahme im Blau-Kanal offenbarte sich eine komplett geschlossene Wolkendecke … somit ist die Farbgebung auch untergegangen

Euch Allen wünsche ich noch einen schönen Sonntag und guten Start in die neue Woche,
CS Thomas

Thomas Schiffer

Admin, Fotografie, Deepsky, Astroreisen

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6 Responses

  1. Achim Klötzler sagt:

    Hallo Thomas,
    wie heist es so schön : Der Weg ist das Ziel ! Wie man erkennen kann sind die Sterne schon mal rund bis in den Ecken des Bildes. Immerhin ist diese Aufnahme nur zur Probe bei mäßigen Bedingungen entstanden um die Technik zu prüfen! Gut das dein MGEN endlich jetzt das macht was er machen soll. Das die Ursache der unregelmäßigen Störungen in der Nachführung mit Kontaktschwierigkeiten in Zusammenhang standen, hätte so nicht vermutet. So lernt man nie aus!
    Bis bald und
    CS. Achim

    • Thomas Schiffer sagt:

      Hallo Achim,
      besten Dank für deine Rückmeldung und ja, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Ich möchte die Zeit der Versuche, den Austausch mit Dir un den Kollegen hier nicht missen. Man lernt immer dazu mit Höhen und Tiefen. Dennoch gibt es einen neuen Weg, wenn das System perfekt justiert ist !? – das Einfangen sehr alter Photonen – wenn sie nicht zuweit ins Rot verschoben sind 🙂
      Beste Grüße und bis demnächst, Thomas

  2. Siegfried Friedl sagt:

    Hi.
    12″ f3.6! Das ist schon „erhöhter Schwierigkeitsgrad“.
    Ich habe mich anfangs auch an DeepSky versucht. Auch an M31.
    Wenn man überlegt die Galaxie ist 2.537.000 Lichtjahre entfernt!
    Und der Kern strahlt auf dem Bild, als wäre es der Mond!
    Natürlich will man das eigentlich nicht. Ist mir schon klar, aber trotzdem.
    Vermutlich ist das schwarze Loch im Zentrum 24mal massereicher als unseres. Laut Untersuchungen.
    Das ist schon ne Hausnummer. Aber so in 4 Milliarden Jahren wissen wir mehr. Dann dürfte der Ausblick auf dem Nachthimmel gigantisch sein.
    Vermutlich auch am Tage!

    Siggi

    • Thomas Schiffer sagt:

      Hallo Siggi,
      besten Dank für deine Rückmeldung und der kleinen Vision in 4 Mrd. Jahren – dazu gab es ja mal ein Video wie es von der Erde betrachtet aussehen könnte 🙂
      Auf Grund einiger Änderungen im Spektrum unserer eigenen Sonne, ist hier für organisches Leben schon in 1 Mrd. Jahre Feierabend – aber vielleicht kann sich ja dann eine „KI“ von Google daran erfreuen 🙂
      Beste Grüße und CS, Thomas

  3. Jozef sagt:

    Sali Thomas.
    Die richtige Rechnung + folgsamem Guidgeraffel, kommst Du schon gezielt an der richtigen Stelle an! Gratuliere zum Erfolg. SW fände ich die eh farblose Galaxie (da das Blau ja fehlt) noch besser.
    Beste Grüße Jozef

    • Hallo Jozef,
      besten Dank für dein Feedback 🙂 Es ist ein langer Weg und die Summe vieler kleiner Abweichungen die man abzuarbeiten hat. Jedoch auch die beste Möglichkeit sein System kennen zu lernen.
      Fertig aus der der Dose kann ja jeder 🙂
      Beste Grüße und CS, Thomas

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